In der westlichen Kräutertherapie verwenden wir vor allem heimische Kräuter, die in unseren Gärten, auf unseren Wiesen oder Bergen wachsen. Die Kräuter werden jedoch nach den Kriterien der TCM (Traditionell Chinesische Medizin) klassifiziert, wobei wir die Vorteile aus der Verwendung heimischer Pflanzen ziehen, wie die bei uns übliche wesentlich hochwertigere Qualitätskontrolle und auch die kostengünstigere Verfügbarkeit und größere ethno-geographische Nähe der verwendeten Inhaltsstoffe.

Es werden die einzelnen Pflanzen bestimmten Störungen zugeordnet und mit Hilfe der TCM systematisiert. Indem wir einer Kräuterkombination ein entsprechendes Gleichgewicht geben, soll im Menschen wieder ein harmonischer Energiefluss (Qi) hergestellt werden, welcher für die Gesundheit notwendig ist. Gesundheit ist in der TCM Harmonie und Gleichgewicht zwischen Körper und Umwelt, Yin und Yang, sowie der ungehinderte Fluss von Blut und Qi im Körper.

In der TCM ist ein ganzheitlicher Zugang zu Gesundheit und Krankheit, wobei Krankheit als energetisches Ungleichgewicht definiert wird. Dem chinesischen Krankheitsbegriff liegt die Vorstellung zugrunde, dass der menschliche Organismus aus einer funktionellen Einheit, einem Ganzen besteht. Die Störung eines Teiles führt zu einer Störung der Gesamtordnung. Die Befindlichkeitsstörungen des Menschen werden in der TCM verschiedenen Mustern zugeordnet, die aufgrund einer ausführlichen Anamnese, Puls- und Zungendiagnostik abgeleitet werden. Ursache für die Befindlichkeitsstörungen können z.B. sein: übertriebene Emotionen, unerfüllte Wünsche, mangelnde Bewegung, falsche Haltung, Kälte, falsche Ernährung, Operationen, Traumata. Die besonderen Stärken der TCM zeigen sich vor allem in all jenen Bereichen, in denen die moderne Schulmedizin oft weniger effizient helfen kann.

Die Diagnostik und die Therapie orientieren sich in der TCM sowie auch in der Schulmedizin initial an den Beschwerden des Patienten. Wir unterscheiden dann jedoch die Symptome sowie auch die Therapiemöglichkeiten in der multidimensionalen Sichtweise der TCM. Dadurch gelingt es uns die Therapie individuell auf den Patienten und seine Beschwerden nach einem „Schlüssel-Schloss“-Prinzip anzupassen und wir können eine weitaus präzisere Behandlung, die über vordergründige Symptomebene hinausgeht, anbieten. Dabei verabreichen wir die Kräuter in Form von Tinkturen, Tees oder als äußerliche Anwendung.

Die Verwendung von Heilkräutern stellt nur eine der Behandlungsebenen der TCM dar, für optimale Ergebnisse werden ergänzend folgende Behandlungsmethoden durch ausgebildete Therapeuten angewendet:

  • Pharmakologie: die Kräuterheilkunde der TCM
  • Akupunktur: die Regulation des Energiehaushalts mittels dünner Nadeln
  • Tuina: eine spezielle Massagetechnik
  • Diätetik: die Ernährungslehre nach den 5 Elementen
  • Bewegungsübungen wie Qigong und Tai-Chi Chuan

Behandlungsablauf

Um vorhandene Schwächen oder Disharmonien im Menschen zu erkennen und ein Therapiekonzept zu erstellen, beginnen wir jede Behandlung mit einer ausführlichen Erstanamnese nach traditionell chinesischen Gesichtspunkten mit Hilfe der Zungen- sowie der Pulsdiagnostik. Das Behandlungsziel stellt dabei die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens dar.

Eine Erstanamnese dauert ca. 60 Minuten, nachfolgende Behandlungen werden individuell festgelegt und dauern ca. 30 Minuten.

Es handelt sich hierbei um Zusatzleistungen, welche nicht von der gesetzlichen Krankenkasse rückerstattet werden. Verschiedene Zusatzversicherungen mit komplementär medizinischer Behandlung bieten jedoch eine erweiterte oder vollständige Kostenübernahme an.

Anwendungsgebiete (lt WHO)

  • Lungenerkrankungen

    • Bronchitis
    • Pseudokrupp
    • Hyperreagibles Bronchialsystem
    • Asthma bronchiale
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

    • Funktionelle Herzerkrankungen
    • Herzrhythmusstörungen
    • Angina pectoris, koronare Herzerkrankung
    • Hypertonie
    • Hypotonie
    • Durchblutungsstörungen
  • Gynäkologische Erkrankungen

    • Zyklusstörungen, Dysmenorrhoe
    • Prämenstruelles Syndrom
    • Klimakterisches Syndrom
    • Mastopathie
    • Fertilitätsstörungen, Frigidität
    • Geburtsvorbereitung, Geburtseinleitung, Geburtserleichterung
    • Laktationsstörungen
  • Neurologische Erkrankungen

    • Migräne
    • Spannungskopfschmerz
    • Trigeminusneuralgie
    • Atypischer Gesichtsschmerz
    • Interkostalneuralgie
    • Zosterneuralgie
    • Phantomschmerz
    • Polyneuropathie, Parästhesien
    • Lähmungen, Fazialisparese
    • Vegetative Dysfunktion
  • Gastrointestinale Erkrankungen

    • Funktionelle Magen-Darm-Störungen
    • Singultus, Hyperemesis
    • Ösophagitis, Gastritis, Gastroenteritis
    • Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni
    • Cholezystitis
    • Hepatitis
    • Obstipation, Diarrhoe
    • Colon irritabile (Reizdarm)
    • Colitis ulcerosa
    • Morbus Crohn
  • Orthopädische Erkrankungen

    • Myofasziale Schmerzsyndrome
    • Radikulärsyndrome
    • Pseudoradikulärsyndrome
    • Arthralgien, Arthrosen, Arthritis, rheumatoide Arthritis
    • HWS-Syndrom, Tortikollis
    • BWS-Syndrom
    • LWS-Syndrom, Lumbago, Ischialgie
    • Schulter-Arm-Syndrom, Periarthritis humeroscapularis
    • Epikondylopathien
    • Karpaltunnelsyndrom
    • Koxarthrose, Koxalgie
    • Gonarthrose, Gonalgie
    • Tendinopathien (Erkrankungen der Sehnen, z.B. Tennis-Ellenbogen, Achillessehnenentzündung)
  • Psychische Erkrankungen

    • Depressive Verstimmungen, Depression
    • Schlafstörungen
    • Erschöpfungszustände
    • Psychovegetatives Syndrom
    • Unruhezustände
    • Entgiftungsbehandlung und Therapiebegleitung bei Suchterkrankungen
    • Bulimie
    • Adipositas
  • Urologische Erkrankungen

    • Cystitis, Prostatitis
    • Pyelonephritis
    • Funktionelle Störungen des Urogenitaltraktes, Reizblase
    • Harninkontinenz
    • Enuresis nocturna
    • Impotenz
  • Hauterkrankungen

    • Urtikaria (Nesselsucht)
    • Neurodermitis